Chondroitin

Chondroitin

Fast 80% der Menschen über 50 sind von Arthrose oder Arthritis betroffen – meist in den großen Gelenken wie Knie und Hüfte, die anfällig für Überbelastungen und Verschleiß sind - aber die degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule, und da speziell der Zwischenwirbelgelenke, sind ebenfalls erschreckend auf dem Vormarsch.

Die Fähigkeit des Körpers, die notwendigen Stoffe für die Bildung neuer Knorpelmasse selbst herzustellen, nimmt mit höherem Lebensalter rapide ab, die Versorgung der die Gelenke schützenden Gelenksknorpel wird immer schlechter. Überbeanspruchung durch Übergewicht, einseitige Belastungen und mangelnde Bewegung tun das Ihrige dazu, um Arthrose und Arthritis zu fördern. Auch die Einnahme bestimmter Antibiotika oder jahrelange Therapie mit Marcumar kann den Abbau der Gelenksknorpel beschleunigen und damit den natürlichen Verschleiß der Gelenke noch zusätzlich erhöhen.

Vor wenigen Jahren tauchte ein Hoffnungsschimmer in der medizinischen Welt auf: Eine Studie von Dr. J. Theodorakis am Arizona College of Medicine bewies anscheinend, dass eine Kombination von Chondroitinsulfat, Glucosaminen bei gleichzeitiger Gabe von Vitamin C und Mangan den Knorpelabbau stoppen und in manchen Fällen sogar wieder rückgängig machen können. Durch andere, u.a. vom National Health Institute der USA durchgeführte Studien, kommen jedoch wiederum zu keinem derartigen Ergebnis, momentan gilt das Ganze eher als umstritten.

Chondroitin und Glucosaminsulfat sind Bestandteile des natürlichen gesunden Knorpels, die durch Wassereinlagerung (Glucosaminsulfat) die natürliche Dämpfungsfähigkeit des Knorpels erhalten und die Bildung neuen Knorpelgewebes (Chondroitinsulfat) anregen. Chondroitin liegt gewöhnlich in gesundem Knorpel an Proteine gebunden als Chondroitinsulfat vor – und erledigt dort sowohl Regelungs- als auch Einbauaufgaben im gesunden Knorpelgewebe. Bei Arthrosen ist der Chondroitingehalt im Knorpel nicht mehr ausreichend, um einen Knorpel zur Bildung neuen Knorpelgewebes zu veranlassen. Außerdem bildet Chondroitinsulfat so genannte Proteoglycane – Ketten aus Zuckermolekülen, die durch die Sulfat-Ionen des Chondroitin stark negativ geladen sind und sich daher entsprechend abstoßen – das bedingt die Festigkeit und Widerstandsfähigkeit von Knorpelgewebe gegen Kompression.

Chondroitin ist auch ein wesentlicher Bestandteil der extrazellulären Matrix, wo es hauptsächlich der Erhaltung der Gewebsstruktur dient, vermutlich aber auch an der Bildung und Regeneration von Nervengewebe im ganzen Körper beteiligt ist. Es hat vermutlich auch noch einige weitere grundlegende Funktionen im Körper, die jedoch noch nicht hinreichend erforscht sind - so kommt es beispielsweise auch in der Plazenta vermehrt vor.

Die Gewinnung von Chondroitinsulfat, das in der Natur in verschiedenen Erscheinungsformen vorkommt, erfolgt fast ausschließlich aus der Tierwelt: meist aus Rindern und Schweinen, aber auch aus Vogelknorpeln.

Chondroitinsulfat ist fast weltweit apothekenpflichtig, nur in den USA als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, und erfreut sich großer Beliebtheit bei der (Selbst-)Behandlung von degenerativen, schmerzhaften Gelenkserkrankungen.