Arthritis

Arthritis

Im Gegensatz zur Arthrose, die einen reinen Verschleiß eines oder mehrerer Gelenke bedeutet, ist die Arthritis ein entzündliches Geschehen. In der akuten Form finden sich bakterielle Keime im Gelenk, die eitrige Entzündungen auslösen können.

Die Keime, das sind in gut 70% der Fälle Staphylokokken, können entweder durch Verletzungen oder auf dem Blutweg ins Gelenk eindringen, selten auch durch Operationen oder Injektionen ins Kniegelenk.

Neben heftigen Schmerzen, Schwellung und eingeschränkter Beweglichkeit tritt wegen der Schwere der Entzündung, die sich wegen der kaum vorhandenen Immunabwehr im Gelenkinneren schnell ausbreiten kann, auch ein allgemeines Krankheitsgefühl auf. Hier droht nicht nur innerhalb kürzester Zeit die praktisch komplette Zerstörung des Gelenksknorpels sondern auch – bedingt durch das sich rasch verbreitende Entzündungsgeschehen – sogar akutes Nierenversagen. Therapeutisch sollen Antibiotika die Entzündung in Schach halten und an der Ausbreitung hindern während auf chirurgischem Weg meist das Gelenk geöffnet und gespült wird. Grundsätzlich kann eine akute Arthritis an allen möglichen Gelenken auftreten, Schulter, Knie und Ellbogen – also die großen, offen liegenden Gelenke - sind jedoch deutlich am meisten betroffen.

Viel öfter als die akut entzündliche Form findet sich die chronische Form, deren Hauptursache rheumatoide Prozesse sind - neben einigen schleichend verlaufenden Infektionen und Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise Gicht. In manchen Fällen kann auch eine bestehende Arthrose, also eine degenerative Veränderung des Gelenks, durch Überbeanspruchung akut entzündlich werden, Fachleute bezeichnen das dann als „aktivierte Arthrose“.

Die Hauptursache der chronischen, rheumatoiden Arthritis ist, dass der Körper nicht eindringende Erreger sondern fälschlicherweise körpereigenes Gewebe als Krankheitserreger ansieht und versucht zu bekämpfen. Die im Gelenk liegende Schleimhautschicht, die auch für die Versorgung des Gelenksknorpels zuständig ist, und die Gelenksflüssigkeit produzieren soll, beginnt zu wuchern und den Knorpel zu zerstören, bis im Gelenk nur mehr Knochen auf Knochen liegt - die beiden Knochenhälften reiben sich immer weiter ab, verkürzen sich und das Gelenk verliert seine Stabilität. Diagnostisch wird im Blutbild nach so genannten „Rheumafaktoren“ gesucht, das wichtigste Diagnoseinstrument sind aber bildgebende Verfahren wie Röntgen und Szintigraphie. Die weitaus häufigste Form der rheumatoiden Arthritis, die auch PCP genannt wird, betrifft immer mehrere Gelenke und kann auch schon in recht jungen Jahren auftreten. Die Behandlung erfolgt mit Cortison, oft werden auch Zytostatika (Krebsmittel) und Malariamittel eingesetzt, um die wuchernde Schleimhaut zu stoppen. In allen Fällen ist mit starken Nebenwirkungen zu rechnen, und die nötige Schmerzbekämpfung ist oft nur unzureichend möglich. Operative Korrekturen, wie eine Entfernung der Synovia sind in der Frühphase möglich, bei fortgeschrittener Zerstörung des Gelenks können kleine Gelenke wie z.B. die Fingergrundgelenke versteift oder auch entfernt werden, große Gelenke wie die Hüfte werden zum spätestmöglichen Zeitpunkt durch Gelenksprothesen ersetzt. In jedem Fall ist es für die Betroffenen wichtig, die Gelenke so weit wie möglich zu schonen, das dient auch dem weitestgehenden Vermeiden von Schmerzen. Wurde – speziell bei Älteren – bei der Blutuntersuchung ein erhöhter Harnsäurespiegel festgestellt, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um Gicht als Ursache handelt. Diese Form der Arthritis verläuft zwar etwas weniger aggressiv als die PCP, bleibt dafür jedoch meist länger unerkannt und damit unbehandelt.